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von Thorsten

Nach dem Ralf und Sigrid bereits über Ihre Ironman-Teilnahmen erzählt haben, berichte ich nun (mit etwas Verzögerung) von meinen Eindrücken.

Beide, Ralf und Sigrid haben übrigens einen maßgeblichen Anteil daran, dass ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen habe.

6. Oktober 2016; Schwimmhalle Martfeld; Sigrid und Ralf unterhalten sich über ihre Anmeldungen zum Ironman Hamburg. Ich höre zu. „Noch ist eine Anmeldung möglich“, sagt Ralf zu mir. „Wäre das nicht schön, wenn wir zu Dritt starten“, ergänzt Sigrid. Ich bin erst mal nach Hause gefahren. Und habe begonnen, intensiv über das Vorhaben nachzudenken. Schriftlich habe ich mir notiert, was mich an einem solchen Wettkampf reizen würde, habe überlegt, was „auf der Strecke“ bleibt und so abgewogen, ob das Projekt „Ironman“ überhaupt realistisch ist. Dann habe ich mein Ziel formuliert.

Leni und Petra waren zu der Zeit im Urlaub bei Freunden in der Eifel. Nun galt es ihnen telefonisch mein Vorhaben nahezubringen und Sie als meine „Unterstützer“ zu gewinnen. Ich bekam das OK.

Am 7. Oktober 2016 habe ich mich zum Ironman angemeldet (passt also, dass ich diesen Bericht heute schreibe). Und damit startete das PROJEKT IRONMAN. Spontan, aber doch wohl überlegt.

Recherche Trainingspläne, immer wieder Austausch mit Ralf und Sigrid und den Trainern Martin und Erik. Equipment vervollständigen (Licht ans Rad, Rollentrainer, Lange Radhose, Überschuhe, SPORTUHR, Trittfrequenzmesser, später noch einen neuen Laufradsatz und einen Trisuit, etc.)

Training, Training, Training – eine Woche Radtrainingslager im Harz – Training, Training, Training.

FanclubDas Projekt stand im Mittelpunkt der nächsten Monate. Anfangs war im Freundes- und Familienkreis doch eine gewisse Skepsis vorhanden, die sich aber sehr schnell in Wertschätzung und Respekt gewandelt hat. Das schriftliche Formulieren meines Zieles war wichtig, denn so konnte ich mir immer wieder vergegenwärtigen, warum ich das mache. Zum erfolgreichen Projekt gehört auch, dass die Balance passt. Und das ist mir ganz gut gelungen. Martin hat meinen Trainingsplan so gestrickt, dass er zu meiner Leistungsfähigkeit und zu meiner vorhandenen „freien“ Zeit passt. Ich habe viel Spaß am Training gehabt und wurde immer von meiner Familie unterstützt. Toll waren ab Frühjahr die umfangreichen „Freiwassereinheiten“, die immer von Erik begleitet wurden. Bei den langen Radeinheiten haben Ralf und ich uns gegenseitig motiviert. Der „Austausch“ mit ähnlich Verrückten ist ein wichtiger Baustein des Erfolges!

Und dann kam der 13. August immer näher! Bereits zwei Tage vorher sind Ralf und ich mit unseren Frauen und Töchtern angereist (Sigrid hatte sich zwischenzeitlich zur Langdistanz nach Regensburg „umgemeldet“).

RadDer 13. August: 3 Uhr aufstehen, Frühstücken, Duschen, Ausruhen, nochmals fokussieren, das Rennen gedanklich vorwegnehmen,  5.15 Uhr in die U-Bahn. 5.30 Uhr in der Wechselzone. Luft prüfen, Trinkflachen auffüllen, Wechselklamotten checken. Den Neo anziehen. 7 Uhr Sprung in die Binnenalters. 7.15 Uhr die Sonne steigt über den Häusern auf.

1:23 Stunde geschwommen. Locker. Alles super! Keine verrutschte Schwimmbrille, keine Scheuerstellen, keine Krämpfe. Mit bestem Feeling aus dem Wasser.

Neo aus, Radschuhe an, Helm auf, kurze Pinkelpause auf dem Dixi, dann aufs Rad. Meine gefürchteste Disziplin. Im Training bin ich vorher noch nie 180 km an Stück gefahren. Mein Vorsatz: Essen, Trinken, Essen, Trinken – und auf den Körper hören! Essen, Trinken.

ZieleinlaufAls ich nach fast 6 Stunden wieder in der Wechselzone ankam – ohne brennende Oberschenkel, ohne Rückenschmerzen, die Laufschuhe angezogen hatte und dann die ersten Meter in den Laufkanal mit den unzähligen Zuschauern lief – und ich kam gut ins Laufen – da war das „Gänsehautfeeling“ da! Solche emotionalen Momente brennen sich ein, die vergisst man nie, DAS ist das Besondere am Ausdauersport.

Das Laufen: Ich bin locker gestartet. Petra, Leni, meine Eltern, Geschwister mit Ihren Familien, Onkel und Tante, Ralfs Familie, Anton und Martin und noch einige weitere standen an der Laufstrecke und haben uns angefeuert. Es war phantastisch! Nach 20 km hatte mein Magen zwar keine Lust mehr irgendetwas aufzunehmen, d.h. es wurden „harte“ 19 km – aber was wäre ein Ironman, wenn ich mich nicht auch mal richtig quälen muss? Das gehörte irgendwie zu dem „Paket“ mit dazu. Die letzten drei Kilometer war das Laufen wieder wunderbar. Und ich konnte nochmals bewusst die tollen Eindrücke aufsaugen. Im Zielkanal standen wieder Petra und Leni, die mich mit leuchtenden und stolzen Augen anschauten und abklatschten (das war traumhaft). Ich konnte vollkommen zufrieden und mit einem stolzen Lächeln über die Ziellinie laufen. Genauso, wie ich mir das vorgestellt hatte, das war das Bild, das ich im Kopf hatte. Und so ist es gekommen – einfach nur schön!! PROJEKT IRONMAN, ein erfolgreicher Abschluss!

Und schön war auch, dass Sigrid und Ralf ebenso erfolgreich und zufrieden gefinisht haben.

   
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