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von Kerstin

Bereits seit Donnerstag waren wir im Deutschland-Tour-Fieber und verfolgten die ersten beiden Etappen am heimischen Bildschirm, wobei wir uns am Samstag dann schon auf den Weg nach Erfurt machten. Nachdem wir unsere Startunterlagen am Messegelände abgeholt hatten, haben wir dann die Fahrt der Profis von Göttingen nach Eisenach im Hotel angeschaut und danach ein wenig die Stadt zu Fuß erkundet und uns den Startort auf dem Domplatz schon einmal angesehen – der war zu diesem Zeitpunkt „quasi leer“.

Das Bild war am Sonntagmorgen dann ein anderes: 556 Männer und 119 Frauen standen bereit, um ab 08:30 Uhr auf die „Erfurter Achterbahn“ genannte 64km-Strecke zu gehen, danach starteten ab 09:00 Uhr 1103 Männer und (lediglich) 72 Frauen auf die „Thüringen entdecken“-Strecke mit einer Länge von 113km – insgesamt also 1850 Radsport-Verrückte auf einem Haufen.

IMG 20190902 WA0002Um ca. 09:10 Uhr rollten Jens und ich dann mit dem letzten Startblock auf die Strecke und sollten uns erst im Ziel wiedersehen: jede/r konnte/sollte sein eigenes „Rennen“ fahren können. Vom Start weg ging es gleich eine kleine Anhöhe rauf und dann ein wenig im Zick-Zack-Kurs durch und dann aus Erfurt heraus in Richtung Süden. Nach ca. 10km der erste Material-Test: die Ortsdurchfahrt von Molsdorf durchgängig mit Kopfsteinpflaster versehen schüttelte einen ordentlich durch, es blieb nicht einmal Zeit für einen Blick aufs Schloss. Danach ging es entlang der Gera, unter dem Autobahn-Kreuz A4/A71 und der ICE-Trasse hindurch nach Arnstadt, der Heimat von Marcel Kittel. Bis dahin rollte die Landschaft so dahin, wir hatten bis dahin erst effektiv 75m an Höhe gewonnen, aber ab Arnstadt ging es dann langsam in die Höhe – auf den 30km sammelten wir mit einigen Anstiegen zwischen 4% und 7.5% einige Höhenmeter, aber es ging auch immer mal wieder „zum Verschnaufen“ runter. Besonders zu erwähnen ist in diesem Teilstück allerdings das treffenderweise „Schönen Dank an die Streckenplaner“ benannte Strava-Segment: hier ging es „plötzlich und unerwartet“ auf gut 300m mit 8% über Kopfsteinpflaster bergauf – Holla, die Waldfee! Als Entschädigung ging es dann von Geschwenda nach Gräfenroda mit durchschnittlich 9% bergab, was mir vermutlich einen neuen Geschwindigkeitsrekord beschert hat: in der Spitze bin ich – laut Bordcomputer und erst im Nachhinein betrachtet – dort mit 78.5km/h dort runtergesaust – was eine Gaudi, bei höchster Konzentration! Danach begann dann der gut 10km lange Anstieg nach Oberhof, bei dem es insgesamt 374 Höhenmeter zu überwinden galt – die Strecke führte hier wunderschön über einen Wirtschaftsweg durch den Wald. Zunächst mit nur 1.5-3% Steigung, die sich dann im weiteren Verlauf immer mal wieder zu kurzen Teilstücken mit 8-10% auswachsen sollten. Nach ca. 64km war dann der Scheitel- und damit sowohl der Verpflegungs- als auch „Cut-off-Punkt“ erreicht – wer bis 11:57 Uhr nicht hier war, wurde aus dem Rennen genommen und konnte außerhalb der Wertung die Tour zu Ende fahren oder in den Besenwagen steigen. Dieses Schicksal blieb mir zum Glück erspart, war ich doch „schon“ gegen 11:30 Uhr dort – kurz die Wasserflasche und einige Energiereserven nachgefüllt und weiter ging es. Die nächsten ca. 7km geht es erst sachte, dann nochmal 3km etwas steiler (6-8%) bergab – ich hatte im oberen Bereich gleich nach der Verpflegung eine Gruppe von 6 Fahrern überholt, die sich zunächst an mich dran gehängt hatten und wir dann fast das restliche Rennen zusammen gefahren sind. Ab Arnstadt ging es dann wieder auf dem selben Weg wieder zurück, nur dass der Wind unangenehm aufgefrischt und uns teilweise kräftig ins Gesicht blies: meine „Männertruppe“ war sich nicht zu schade, ein Mädel die Führungsrolle zu überlassen… wann immer ich rausfuhr, um jemand anderen in den Wind zu lassen, dauerte es nicht lange, bis ich doch wieder vorne war. Ab Thörey gab es dann eine Rückenwindpassage, bevor wir wiederum die Kopfstein-Pflaster-Strecke in Molsdorf durchfahren mussten – danach gab es noch einige Wellen/Teerblasen zu durchfahren, was in der Gruppe dann gut funktionierte. Die Anfahrt zum Ziel hatte es dann allerdings nochmals in sich: knapp 2km ging es stetig bergauf, im Schnitt mit 3%, aber auch mit Passagen bis 9.5% - und das am Ende… wer sich sowas ausdenkt!? Die Stimmung auf den letzten 1000m war dann schon besonders: Zuschauer links und rechts, ein Spektakel sondergleichen – nach 3:48:00 war ich glücklich und zufrieden im Ziel und wurde von Jens in Empfang genommen, der – wenig überraschend - bereits einige Zeit (ok, fast eine halbe Stunde) vor mir angekommen war. Nach dem ersten Durchschnaufen und Aufnahme von Getränken und Nahrung im Zielbereich, habe ich daann vorsichtshalber mal die online-Ergebnisse angeschaut und siehe da: gerade rechtzeitig, um zu wissen, dass ich zur Siegerehrung gehen sollte – Platz 3 in meiner Altersklasse! So bekam ich zusätzlich zu meiner Finisher-Medaille auch noch ein weiteres Exemplar – in Bronze und mit Gravur – von der Miss Germany umgehängt! Den Rest des Nachmittages verbrachten wir dann im Zielbereich, um das Profi-Rennen auf der Video-Wand zu verfolgen und natürlich die insgesamt drei „Durchfahrten“ zu bestaunen: es ist unfassbar zu sehen, mit welchem Tempo diese Jungs da durchgeballert sind (wenn ich bei meiner eigenen Zieleinfahrt bereits gedacht hatte, ich sei langsam, wusste ich jetzt, dass ich eine Schnecke bin). Ein toller Sonntag in Thüringen – mal sehen, wo die Deutschland-Tour nächstes Jahr hinführt, vielleicht sind wir wieder dabei.

Hier der Link zu meinem Relive-Video der Fahrt: https://www.relive.cc/view/gh39897910645

   
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